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Bauchklang - »Akusmatik«­

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Bauchklang

»Akusmatik« - Bauchklang Rec.//Rough Trade

Text: David Višnjić | 16.04.2013

Mit Bauchklang ist das ja so eine Sache, wie man das sich selbst »Vocal Groove Project« nennende Kollektiv subjektiv erlebt. Der »Bauchklang-Moment« ist v. a. ein prägendes Erlebnis, sofern man gänzlich von den fünf Musikern überrascht wird. Am besten live im letzten Irgendwo, wo man alles, aber nicht das erwarten würde. Nun muss man berechtigterweise zugeben, das imponiert schon sehr ziemlich, was diese Bauchklang von sich geben, ganz ohne Instrumente, nur mit der Kraft des Körpers. Fünf Typen, keine Maschinen, richtig dicke Bässe, wummernde Synthesizer, die Mensch-Maschine, die invertierten Kraftwerk sozusagen. Nur: Was bleibt von dieser Musik, wenn sie denn mal nicht live erlebt wird, sondern ganz ordinär im heimeligen Wohnzimmer? »Akusmatik« ist Longplayer #5, produziert von einer Mensch-Maschine, von Patrick Pulsinger. Man hört »Akusmatik« den Pulsinger an. Sauber produziert, ja. Wow-Effekt, nein. Klar ist Andi Fränzls Stimme erkennbar, und man bringt sie mit wem sonst als Bauchklang in Verbindung. Nur was wenn man diese Stimme so gar nicht zuordnen kann, in welches Eck würde man »Akusmatik« wohl stellen? Mit ihren stampfenden Beats, den sägenden vermeintlichen Synthlines und perfekt platzierten 16telnden High-Hats möchte man meinen, es handelt sich hierbei um den Release einer der zahllosen Electro meets Rock meets Cyber meets Punk meets Techno-Acts, die derzeit die Teenieclubs von Klagenfurt bis Ried malträtieren. Von der sympathischen, leicht unordentlichen Verspieltheit des Debüts »Jamzero« ist 2013 nichts übergeblieben. Textlich herrscht eine Art erhobener Zeigefinger, man ruft zu »Change« auf, die Weltordnung wird in Frage gestellt. Man ruft zu Risikobereitschaft auf, zu mehr »risk« als »biz«. Schön und gut, es sind ja nicht die Texte, die Bauchklang ausmachen, nur bleibt bei »Akusmatik« sonst nicht viel mehr über. Die Platte wird weggepackt und man informiert sich bestenfalls über anstehende Livetermine, Partymusik hört man eben am besten dort. Oder kennt jemand Leute, die sich Ferry Corsten freiwillig zuhause anhören?


Text: David Višnjić | 16.04.2013
gepostet am 18-04-2013 09:32:33, mehr Artikel von SRA.at, mehr Artikel aus der Kategorie Skug