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Österreichischer HipHop in dreifacher Ausführung  

Drei HipHop-Veröffentlichungen aus Österreich, die es verdienen, dass ihr ihnen euer Gehör schenkt. Der Duzz Down Label-Chef Mosch bringt mit "Metamorphosis as a Metaphor" sein Debut-Instrumental-Album heraus. Der Rapper und Produzent CHiLL iLL erzählt auf seiner Platte über die Welt "Aus Aundara Aunsicht". Und der Rapper Monobrother spricht zu euch als der "Unguru".

Der Februar war ein guter Monat für österreichischen HipHop. Gleich 3 hochkarätige Alben wurden auf – den leider immer noch sehr kleinen – Markt losgelassen, die es verdienen hier kurz vorgestellt zu werden.


Fangen wir an mit dem äußerst hörenswerten und ausgefeilten Instrumentalalbum des Duzz Down Label Chefs Martin Unterlechner alias Mosch.


Das Wiener Independent Label Duzz Down San steht seiner Gründung 2008 für futuristische HipHop-Beats, die mal für sich stehend oder mit passenden Raps versehen immer wieder die Grenzen dessen was man „HipHop“ nennt neu ausloten. Nun ca. 5 Jahre nach der Gründung des Labels hat es der Labelchef Mosch auch endlich geschafft sein erstes Album auf seinem Label herauszubringen. Das lange Warten scheint sich aber gelohnt zu haben. Die Sounds und Klangräume sind voller kleiner Details. Dieses Gesamtwerk nimmt die/den geneigten HörerIn sofort mit auf die Reise in diese atmosphärisch dichte Welt voller vibrierenden wabernden Klängen, in die sich auf zwei Stücken die Stimme der Sängerin The Unused Word legt, um einen noch mehr in seinen Bann zu ziehen.

Als Beispiel für dieses „in den Bann ziehen“ steht vor allem der Song „Persephone“ feat. The Unused Word, den ihr euch unter folgendem Link zu Gemüte führen könnt: Persephone ft. The Unused Word

Auch zum Remix des Dusty Crates Mitglieds Simp wurde ein sehr schönes Video gedreht, dass als zweites Hörbeispiel für das Album dienen soll: Coelho (Simp Remix)

Das Album gibt es als limitierte Vinylauflage, wobei jedes Plattencover einzigartig und Teil eines Gesamtkunstwerks ist. Außerdem kann es auf Bandcamp vorgehört und als „Name your Price“ Variante heruntergeladen werden.

Mehr Infos zum Album findet ihr noch unter diesem Link.


Die zweite Veröffentlichung kommt vom mittlerweile in Linz beheimateten Rapper und Produzenten Chill-Ill.

Mit „Aus Aundara Aunsicht“ veröffentlicht er seinen zweiten Longplayer, der vollgepackt ist mit klassischen HipHop-Beats, die auf persönliche sowie sozial-/gesellschaftskritische Texte treffen, die zum Zuhören anregen. Oder wie es

Chill Ill selbst sagt: „Für mich war es wieder an der Zeit etwas neues zu droppen und vor allem lyrisch erneut Zeichen zu setzen. Einerseits die Faust zu heben, um meiner Wut Ausdruck zu verleihen, andererseits aber auch locker die Daumen nach oben, um positive Aspekte zu transportieren!“

Für dieses Vorhaben scharrt er eine Menge an Gästen, wie Flip von Texta, Mirac, Demolux oder Selbstlaut um sich, die ihn dabei lyrisch unterstützen.

Wer also wieder einmal HipHop hören möchte, der was zu sagen hat und ohne primitive Schimpfwörter auskommt, der/die sollte sich dieses feine Release nicht entgehen lassen! Und das am besten gleich Live. Seit Jänner ist Chill Ill in ganz Österreich unterwegs, um seine Beats und Reime unters Volk zu bringen. Die noch ausstehenden Tourdaten sind:

02.03.13 DIE KLASSE • FORUM STADTPARK • GRAZ
16.03.13 YES WE JAM NIGHT • STWST • LINZ
06.04.13 GOOD OLD DAYS • CAMERA CLUB • WIEN
27.04.13 BEATLAB • PROBERAUM SCHEIBBS • SCHEIBBS
11.05.13 STAND UP CLUB • FISCHAMEND/SCHWECHAT

Mehr Infos unter www.chill-ill.at


Die dritte Veröffentlichung kommt aus dem Dunstkreis der Boombokkz-Crew und wurde auf dem neu gegründeten Honigdachs-Label veröffentlicht. Die Rede ist vom Album „Unguru“, das ebenfalls das zweite Werk des Rappers Monobrother darstellt.

Auf diesem Album wird die Gangart deutlich aggressiver als noch bei Chill Ill, aber auch hier heißt es zuhören, wenn etwa im Song „Der Wurm“ die Popmusik-Maschinerie auf unterhaltsame Weise kritisiert wird. Wuchtige, samplebasierte Beats im klassischem HipHop-Gewand bieten Monobrother die passende Basis, um im schönsten Dialekt seinen Druck abzulassen.

Als Hörbeispiel möchte ich euch das bereits erwähnte Stück „Der Wurm“ sowie das sehr gut gemachte Video dazu ans Herz legen. Monobrother - Der Wurm

Auch Monobrother zieht als Unguru durchs Land und kann hier demnächst Live bestaunt werden:

15.03. Glashaus/Spittal (mit Digga Mindz)
16.03. CIK/Klagenfurt (mit Digga Mindz)
29.03. Rockhouse/Salzburg
06.04. Camera Club/Wien
13.04. Böllerbauer/Haag
27.04. Proberaum Beatlab/Scheibbs

gepostet am 23-02-2013 15:04:43, mehr Artikel von Frederik Doerfler, mehr Artikel aus der Kategorie News